Urlaub mit Hund richtig planen: Einreiseregeln, Reisekrankheiten, Erste Hilfe unterwegs & warum eine Hundekrankenversicherung im Urlaub unverzichtbar ist. ✓ Jetzt lesen
Den Hund mit in den Urlaub nehmen – für viele Hundehalterinnen und -halter ist das die selbstverständlichste Sache der Welt. Und tatsächlich: Ein Urlaub mit dem Vierbeiner kann unvergesslich schön sein. Wanderungen durch neue Landschaften, Strände, auf denen man auch mit Hund willkommen ist, Abende im Freien – das gemeinsame Erleben stärkt die Bindung.
Gleichzeitig birgt das Reisen mit Hund Risiken, die viele unterschätzen:
Ausländische Krankheitserreger und Parasiten, gegen die heimische Hunde kaum Immunität haben
Klimatische Bedingungen (Hitze, Feuchtigkeit), die bei unvorbereiteten Hunden zu Kreislaufproblemen führen können
Stress durch Reiseaufregung, fremde Umgebung, veränderte Routine
Fehlende Vertrautheit mit der Region und dem Tierarztnetz vor Ort
Wer diese Risiken kennt und sich vorbereitet, kann entspannt reisen. Wer unvorbereitet ist, riskiert den Urlaub zu einem medizinischen Notfall werden zu lassen – fernab von zuhause, ohne Sprachkenntnisse, ohne Versicherungsschutz.
Mindestens 4–6 Wochen vor Abreise:
Tierarzttermin für Gesundheitscheck und ggf. erforderliche Impfungen (Tollwut ist für viele Länder Pflicht)
Überprüfung und Auffrischung des EU-Heimtierausweises
Floh-, Zecken- und ggf. Herzwurmschutz je nach Reiseziel starten
Beantragung von Gesundheitszertifikaten (für Nicht-EU-Länder nötig)
Buchung hundefreundlicher Unterkünfte (immer im Voraus!)
1–2 Wochen vor Abreise:
Packen der Reiseapotheke für den Hund
Eingewöhnung ans Reisebehältnis (Transportbox, Autokorb)
Kurztrips als Übung für Hunde, die nicht reiseerfahren sind
Am Tag der Abreise:
Letzte Mahlzeit 2–3 Stunden vor Abfahrt (reduziert Reisekrankheit)
Ausreichend Wasser mitnehmen
Dokumente vollständig griffbereit
EU-Reisen
Innerhalb der EU ist das Reisen mit Hund vergleichsweise unkompliziert. Du benötigst:
EU-Heimtierausweis (der blaue Pass – muss gültig sein)
Mikrochip (ISO-Norm 11784/11785) – Pflicht für Reisen
Tollwutimpfung – muss zum Zeitpunkt der Einreise gültig sein (nicht zu kurz vor Abreise impfen – es braucht Zeit für den Impfschutz)
Reisen außerhalb der EU (z. B. Türkei, UK, Marokko)
Hier gelten abweichende Regeln – oft:
Tierärztliches Gesundheitszeugnis (amtstierärztlich beglaubigt)
Ggf. Bluttiter-Tests für Tollwut (UK: bis zu 3 Monate Vorlaufzeit!)
Bestimmte Vorsorgemaßnahmen gegen Würmer (z. B. Bandwurmbehandlung vor Einreise nach Finnland, Norwegen, UK)
Wichtig: Reisevorschriften ändern sich. Prüfe aktuelle Einreisebestimmungen beim Veterinäramt oder der Botschaft des Ziellandes.
Auto
Die beliebteste und schonendste Art für die meisten Hunde. So machst du die Fahrt angenehm:
Sicherung: Hund nie ungesichert im Auto – im Unfall wird er zur Gefahr für alle. Hundegeschirr mit Sicherheitsgurt oder Transportbox sind Pflicht.
Pausen: Alle 2 Stunden Pause für Wasser und Bewegung
Klimatisierung: Nie den Hund allein im Auto bei Wärme lassen
Reisekrankheit: Manche Hunde leiden unter Übelkeit. Tierärztlich verschriebene Mittel können helfen.
Bahn
In Deutschland: kleine Hunde im Behälter kostenlos, größere Hunde mit Maulkorb und Leine gegen Aufpreis. Im Ausland: Regeln variieren stark – immer vorab bei der jeweiligen Bahn prüfen.
Flugzeug
Das Fliegen mit Hunden ist aufwändig und potenziell belastend. Kleine Hunde können oft in die Kabine (bis ca. 8 kg inklusive Tragetasche), größere Hunde müssen im Frachtraum fliegen.
Frachtraum-Tipps:
Nur klimatisierten und druckbeaufschlagten Frachtraum akzeptieren
Kurze Flüge bevorzugen
Gut lüftungsfähige Box mit ausreichend Platz
Auf extreme Temperaturen (Sommer/Winter) besonders achten
Brachyzephale Rassen (Mops, Bulldogge) sollten wenn möglich nie im Frachtraum fliegen – zu hohes Risiko durch eingeschränkte Atemwege.
Im Ausland treffen Hunde auf Krankheitserreger, gegen die sie keine oder wenig Immunität haben. Die wichtigsten Reisekrankheiten:
Leishmaniose
Verbreitung: Mittelmeerraum (Spanien, Italien, Griechenland, Türkei, Nordafrika), zunehmend auch Mitteleuropa
Übertragung: Durch Sandmücken (kleine Mückenart), die hauptsächlich in der Dämmerung und nachts aktiv sind
Erkrankung: Chronisch verlaufende, schwere Erkrankung, die Haut, Lymphknoten, Augen, Nieren und Leber befällt. Oft erst Monate nach Infektion erkennbar. Ohne Behandlung kann sie tödlich verlaufen.
Schutz:
Repellentien-Halsbänder oder Spot-ons mit Wirkstoff gegen Sandmücken (z. B. Deltamethrin)
Nachts drinnen bleiben oder geschlossene, mückengesicherte Räume nutzen
Impfung möglich (CaniLeish®), aber kein 100 %-Schutz
Behandlung: Lebenslange Medikation, keine Heilung – nur Symptomkontrolle. Kosten: 100 – 400 €/Monat dauerhaft.
Herzwurm (Dirofilariose)
Verbreitung: Mittelmeerraum, Osteuropa, Teile Mitteleuropas
Übertragung: Durch Mücken (nachts und in der Dämmerung)
Erkrankung: Parasiten siedeln sich in Herz und Lungengefäßen an, verursachen Herz-Kreislauf-Versagen. Im fortgeschrittenen Stadium kaum behandelbar.
Schutz: Monatliche Prophylaxetablette oder Spot-on. Muss mindestens einen Monat vor Einreise ins Endemiegebiet begonnen werden.
Behandlung: Intensiv, teuer, riskant. OP oder Chemotherapie erforderlich.
Kosten: 1.000 – 4.000 €
Babesiose (im Ausland aggressivere Stämme)
In Südeuropa kommen aggressivere Babesia-Stämme vor, die auch bei vorbehandelten Hunden gefährlicher verlaufen. Auf Reisen besonders wichtig: tägliches Absuchen nach Zecken und guter Repellentien-Schutz.
Mittelmeer-Ehrlichiose
Chronische Erkrankung nach Zeckenbiss, verursacht durch Ehrlichien. Schwächt das Immunsystem und kann zu Blutarmut, Nasenbluten, Schwellungen führen.
In Südeuropa und auf Mittelmeerinseln sind andere Zeckenarten präsent als in Deutschland – und teilweise aggressiver. Das bedeutet:
Den normalen deutschen Zeckenschutz rechtzeitig vor Reise auffrischen
Ggf. auf einen speziell gegen Sandmücken wirksamen Repellenten umsteigen (Deltamethrin-Halsband)
Tägliches Absuchen des Fells – gründlich, auch zwischen den Zehen und im Ohr
Zeckenzange immer dabei haben
Im Süden Europas kann die Hitze für Hunde zur echten Gefahr werden:
Spaziergänge nur morgens und abends
Mittagsruhe in kühlen, schattigen Räumen
Immer frisches Wasser dabei
Nie allein im Auto lassen – auch nicht bei „kurz mal schnell"
Kühlweste für besonders hitzeanfällige Rassen
Eine Reiseapotheke für den Hund sollte enthalten:
Zeckenzange / Zeckenhaken
Wunddesinfektionsmittel (Jodlösung)
Sterile Kompressen und Verbandsmaterial
Handschuhe (Einweg)
Fieberthermometer (Rektalmessung)
Aktivkohle (bei Vergiftungsverdacht – immer vorher Tierarzt anrufen!)
Kühlakku oder Kühlpad
Kopie des Heimtierausweises und aller Dokumente
Telefonnummer des Haustierarztes und einer lokalen Notfallklinik
Vor der Reise:
Tierarztnummer aus dem Urlaubsort heraussuchen und speichern
Notaufnahmen für Tiere im Reiseziel recherchieren
In die App deiner Tierkrankenversicherung schauen – manche bieten 24/7-Videotierarzt an
Im Notfall:
Ruhig bleiben und Hund beruhigen
Wichtige Symptome notieren (seit wann, wie stark, was zuerst aufgefallen)
Im Zweifel: Sofort zum Tierarzt – lieber einmal zu oft als zu spät
Sprachbarriere:
Lerne die wichtigsten Begriffe auf der Landessprache: „Mein Hund ist krank" / „Ich brauche einen Tierarzt" / „Notfall". Eine Übersetzungs-App kann helfen.
Im Ausland können Tierarztkosten deutlich höher sein als in Deutschland. In Ländern ohne regulierte Gebührenordnung werden Behandlungskosten frei kalkuliert. Ein Notfall in einer Privatklinik in Spanien oder in der Türkei kann schnell mehrere tausend Euro kosten.
Die Hundekrankenversicherung von Cleos Welt bietet Schutz auch auf Reisen:
Kostenerstattung für Notfallbehandlungen im Ausland
Ambulante und stationäre Behandlungen
Diagnostik und Medikamente
Kostenloser 24/7-Videotierarzt – auch aus dem Urlaub erreichbar
Wichtig: Prüfe vor der Reise die genauen Bedingungen deines Tarifs bezüglich Auslandsschutz. In der Regel gilt eine zeitliche Begrenzung des Auslandsaufenthalts (z. B. bis zu 6 oder 8 Wochen).
Wer gezielt gegen Operationskosten absichern möchte, findet mit der Hunde-OP-Versicherung von Cleos Welt einen guten Basisschutz.
Und noch ein Tipp: Der kostenlose Videotierarzt von Cleos Welt ist im Urlaub Gold wert. Unsicherheit nach einem Zeckenbiss, nach einem Sturz oder bei einer Hautveränderung – in Sekunden eine erste Einschätzung, ohne Sprache und Praxissuche.
Urlaub mit Hund kann wunderschön sein – wenn man vorbereitet reist. Mit den richtigen Dokumenten, dem passenden Parasitenschutz, einer gefüllten Reiseapotheke und dem richtigen Versicherungsschutz im Gepäck lässt sich entspannt auf Entdeckungsreise gehen.
Und falls unterwegs doch etwas passiert: Eine gute Hundekrankenversicherung sorgt dafür, dass Geld nie ein Argument gegen die Gesundheit deines Hundes wird.
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Zuletzt geändert: 19. Mai 2026
ESCCAP Deutschland: Parasitenbekämpfung auf Reisen – esccap.de
Bundestierärztekammer: GOT und Reiseempfehlungen – bundestieraerztekammer.de
EU-Kommission: Haustierreisedokumente – europa.eu
Deutsches Tierärzteblatt: Reisekrankheiten beim Hund
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