Welpen aufnehmen: Die ultimative Checkliste mit Ausstattung, Ernährung, Impfungen & Erstkosten. Plus: Warum eine frühe Hundekrankenversicherung Leben retten kann. ✓ Jetzt lesen.
Ein Welpe ins Haus zu holen ist eines der aufregendsten und zugleich anspruchsvollsten Erlebnisse, die ein Tierliebhaber machen kann. In den ersten Wochen gilt: Geduld ist deine wichtigste Ressource.
Welpen schlafen viel – bis zu 18 Stunden täglich. Zwischen den Schlafphasen sind sie neugierig, verspielt und oft chaotisch. Alles wird erkundet, beknabbert und auf Essbarkeit geprüft. Das ist normal und wichtig für ihre Entwicklung.
Gleichzeitig brauchen sie klare Strukturen, regelmäßige Fütterungszeiten, eine ruhige Schlafecke und vor allem: Menschen, die verlässlich da sind. In den ersten Wochen sollte dein Welpe nie sehr lange allein sein.
Die erste Nacht ist oft laut – Trennung von Mutter und Geschwistern bedeutet Stress für das Tier. Warm bleiben, eine Wärmedecke oder eine mit Lavendelduft getränkte Decke (die nach Welpenkumpel riecht) kann helfen.
Bevor dein Welpe einzieht, sollte die Grundausstattung bereitstehen. Hier ist alles, was du brauchst:
Schlafplatz und Sicherheit
Hundebett oder Kuschelkorb (waschbar)
Transportbox / Hundekiste (zur Eingewöhnung und als sicherer Rückzugsort)
Kindersicherheitsgitter für Treppen oder Räume, die tabu sind
Laufstall oder Absperrgitter (für die erste Zeit)
Fütterung
Fress- und Wassernapf (rutschfest, spülmaschinenfest)
Welpengerechtes Futter (nass und/oder trocken, altersgerecht)
Leckerlis für das Training
Futteraufbewahrungsdose
Spaziergänge und Draußen
Welpengeschirr (kein Halsband für die ersten Monate – schont die Wirbelsäule)
Leine (2 m für den Alltag, Schleppleine für freies Laufen)
Kotbeutel und Halterung
Regenjacke (je nach Rasse und Wetterlage)
Pflege
Bürste oder Kamm (passend zur Fellstruktur)
Welpen-Shampoo
Nagelpflege-Set
Zahnpflegeset (Fingerling-Bürste + Hundezahnpasta)
Ohrreiniger
Spielzeug und Beschäftigung
Kauspielzeug (für den Zahnungsprozess wichtig)
Interaktives Spielzeug / Intelligenzspielzeug
Zerrspielzeug
Ball (passend für Maulgröße)
Gesundheit
Impfpass (sollte vom Züchter mitgegeben werden)
Zeckenzange / Zeckenhaken
Erste-Hilfe-Set für Hunde
Floh- und Zeckenschutz (Tierarzt fragen!)
Die richtige Ernährung im Welpenalter legt den Grundstein für ein langes, gesundes Leben. Welpen haben völlig andere Bedürfnisse als erwachsene Hunde:
Welpenspezifisches Futter ist Pflicht
Welpen wachsen rasant – ihr Körper benötigt mehr Protein, mehr Kalzium und Phosphor sowie spezifische Vitamine. Herkömmliches Hundefutter für Erwachsene kann diesen Bedarf nicht adäquat decken und zu Wachstumsstörungen führen.
Fütterungshäufigkeit:
Bis 12 Wochen: 4 Mahlzeiten täglich
12 Wochen bis 6 Monate: 3 Mahlzeiten täglich
6 bis 12 Monate: 2 Mahlzeiten täglich
Nass- oder Trockenfutter?
Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Nassfutter hat einen höheren Wassergehalt und ist besonders für Welpen gut, die noch wenig trinken. Trockenfutter fördert die Zahngesundheit. Viele Halter kombinieren beides.
Rohes Fleisch (BARF)?
Das „Biologisch Artgerechte Rohes Futter"-Konzept ist beliebt, erfordert aber viel Wissen über Nährstoffbalance. Für Welpen ist es anspruchsvoller umzusetzen und birgt Keimrisiken. Wenn du BARFen möchtest, hol dir unbedingt tierärztliche Beratung.
Was ist tabu?
Niemals füttern: Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch, Trauben, Rosinen, Avocado, Macadamia-Nüsse, Alkohol, Xylitol (Süßungsmittel in vielen Produkten). Viele dieser Lebensmittel sind für Hunde lebensbedrohlich.
Impfungen schützen deinen Welpen vor lebensbedrohlichen Krankheiten. Der Impfplan beginnt in der Regel bereits beim Züchter und wird vom Tierarzt fortgeführt.
Standardimpfungen (STIKO-Empfehlung):
Staupe, Parvovirose, Hepatitis contagiosa canis (SHPPi-Kombi): Erste Impfung ab der 8. Lebenswoche, Wiederholung alle 3–4 Wochen bis zur 16. Woche
Tollwut: Ab der 12. Lebenswoche (Pflicht für Reisen ins Ausland)
Leptospirose: Empfohlen, besonders für Hunde mit Kontakt zu Gewässern oder Wildtieren
Regelmäßige Entwurmung:
Welpen werden regelmäßig entwurmt – in den ersten Lebensmonaten alle 4 Wochen, danach je nach Risiko 4-mal jährlich.
Floh- und Zeckenschutz:
Sobald der Welpe nach draußen kommt, ist ein regelmäßiger Schutz notwendig. Es gibt viele Produkte – Spot-ons, Halsbänder, Tabletten. Welches für deinen Hund geeignet ist, kläre mit deinem Tierarzt.
Chipping und Registrierung:
Der Mikrochip ist in Deutschland Pflicht für Hunde. Er wird in der Regel beim ersten Tierarztbesuch eingesetzt und sollte in der TASSO-Datenbank oder beim VDH registriert werden.
Erziehung beginnt nicht „wenn der Welpe größer ist" – sie beginnt am ersten Tag. Und das ist gut so, denn Welpen lernen schnell und sind in den ersten Monaten besonders empfänglich.
Die wichtigsten Grundregeln:
Konsistenz: Alle Familienmitglieder müssen an einem Strang ziehen. Wenn „Couch verboten" gilt, gilt es immer – nicht nur manchmal.
Positive Verstärkung: Lob und Leckerlis sind viel wirksamer als Strafen. Hunde lernen durch Konsequenz und Belohnung.
Grenzen setzen ohne Druck: Klare Grenzen geben dem Welpen Sicherheit. Aber Zwang und lautes Schimpfen bewirken das Gegenteil.
Stubenreinheit:
Stubenreinheit braucht Zeit und Geduld. Nimm deinen Welpen regelmäßig raus – nach dem Aufwachen, nach dem Fressen, nach dem Spielen. Lob ihn ausgiebig, wenn er draußen sein Geschäft macht. Unfälle drinnen einfach sauber machen – kein Schimpfen.
Welpengruppe und Trainer:
Ein Welpenkurs ist für alle Welpen empfehlenswert – als Sozialisierungsmöglichkeit, aber auch für die Grundausbildung. Ein guter Trainer begleitet dich durch die ersten Monate.
Zwischen der 3. und 14. Lebenswoche liegt das sensible Sozialisierungsfenster des Hundes. In dieser Phase lernt er, was „normal" und was „bedrohlich" ist. Was er in dieser Zeit kennenlernt, wird er als Erwachsener nicht fürchten.
Was sollte dein Welpe erleben?
Verschiedene Menschen (Männer, Frauen, Kinder, Menschen mit Hüten oder Brillen)
Andere Hunde (geimpfte, sozialverträgliche Tiere)
Andere Tierarten (Katzen, falls vorhanden)
Verschiedene Umgebungen (Stadt, Land, Treppen, Aufzüge)
Alltägliche Geräusche (Staubsauger, Motorräder, Kinderwagen, Gewitter)
Autofahrten, Busse, Züge
Fehlende Sozialisierung ist einer der häufigsten Gründe für Verhaltensauffälligkeiten und Aggressionen im späteren Leben. Ein gut sozialisierter Hund ist entspannter, gesünder und leichter zu handhaben.
Welpen sind neugierig, übermütig und kennen keine Gefahr. Das macht sie anfällig für bestimmte Erkrankungen und Verletzungen:
Parvovirose:
Eine lebensbedrohliche Viruserkrankung, die ungeimpfte Welpen extrem hart treffen kann. Intensivtherapie mit Infusionen und stationärer Behandlung kostet 500 – 2.000 €.
Magen-Darm-Infekte:
Welpen fressen alles – Stöcke, Steine, Müll. Magen-Darm-Probleme sind häufig und können durch Fremdkörperverschlucken lebensbedrohlich werden. OP bei Fremdkörper: 800 – 2.500 €.
Knochenbrüche:
Ein falscher Sprung vom Sofa oder aus dem Auto kann bei Welpen Knochenbrüche verursachen. Die Behandlung kostet je nach Schwere 500 – 2.500 €.
Wachstumsstörungen:
Fehlernährung oder genetische Faktoren können zu Wachstumsstörungen wie Osteochondrose führen, die aufwändige Behandlungen erfordern.
Vergiftungen:
Welpen schnappen sich, was sie finden. Vergiftungen durch Pflanzen, Putzmittel, Schokolade oder Rattengift sind medizinische Notfälle.
Viele unterschätzen die Kosten eines Welpen. Hier eine realistische Aufstellung des ersten Jahres:
Posten | Einmalige Kosten | Laufende Kosten/Jahr |
Kaufpreis (Züchter) | 800 – 2.500 € | – |
Grundausstattung | 200 – 500 € | – |
Erstimpfungen (komplett) | 150 – 300 € | 80 – 150 € |
Entwurmungen | 50 – 100 € | 50 – 100 € |
Chip und Registrierung | 30 – 50 € | – |
Kastration/Sterilisation (optional) | 200 – 600 € | – |
Futter (Welpe) | – | 400 – 1.200 € |
Welpenkurs | 100 – 250 € | – |
Spielzeug und Pflege | 50 – 150 € | 100 – 300 € |
Unvorhergesehene Tierarztkosten | ? | ? |
Gesamt (erstes Jahr) | 1.580 – 4.450 € | +laufende Kosten |
Die unbekannte Variable in dieser Aufstellung: unvorhergesehene Tierarztkosten. Die können im ersten Jahr leicht 1.000 – 5.000 € betragen.
Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für eine Hundekrankenversicherung als das Welpenalter. Warum?
Keine Vorerkrankungen: Ein junger Welpe hat noch keine Diagnosen, keine Auffälligkeiten in der Akte. Alles wird versichert – rückwirkend ausgeschlossen werden kann nichts, was noch nie beim Tierarzt aufgefallen ist.
Günstigere Beiträge: Der Eintritt im Welpenalter sichert langfristig niedrigere Monatsbeiträge im Vergleich zu einer späteren Anmeldung.
Maximale Sicherheit in der risikoreichsten Phase: Gerade im ersten Lebensjahr sind Welpen am anfälligsten. Parvovirose, Fremdkörperverschlucken, Knochenbrüche – das erste Jahr ist statistisch eines der teuersten.
Die Hundekrankenversicherung von Cleos Welt bietet:
Kostenübernahme für ambulante und stationäre Behandlungen
Abdeckung von Impfungen, Entwurmungen und Vorsorgeuntersuchungen (im Vollschutztarif)
Kostenloser 24/7-Videotierarzt – perfekt für unsichere Momente als Ersthundehalter
Freie Tierarztwahl
Monatlich kündbar
Alternativ ist auch die OP-Versicherung für Hunde ein guter Einstieg – sie schützt gegen die teuersten Einzelkosten.
Ein Welpe ist eine der schönsten Entscheidungen, die du treffen kannst – und eine der verantwortungsvollsten. Wer sich gut vorbereitet, die richtigen Weichen von Anfang an stellt und seinen Vierbeiner von Beginn an absichert, schafft die Grundlage für ein langes, glückliches Miteinander.
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Zuletzt geändert: 11. Juni 2026
Bundestierärztekammer: Impfempfehlungen für Hunde – bundestieraerztekammer.de
TASSO e.V.: Tierregistrierung in Deutschland – tasso.net
Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH): Welpenerziehung – vdh.de
Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) – bmleh.de
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