Zecken beim Hund: Welche Krankheiten drohen? Wie entferne ich Zecken richtig? Und was kostet die Behandlung? Alles Wichtige + Infos zur Hundekrankenversicherung. ✓ Jetzt lesen.
Zecken sind kleine Spinnentiere – und sie sind für Hunde eine weitaus ernstzunehmendere Bedrohung als viele Hundehalter realisieren. Zecken übertragen Krankheitserreger direkt ins Blut ihres Wirts. Beim Hund können dies Bakterien, Protozoen oder Viren sein, die schwere, langwierige und teils tödliche Erkrankungen auslösen.
Besonders tückisch: Die Übertragung vieler Erreger erfolgt nicht sofort beim Biss, sondern nach einer Übertragungszeit von mehreren Stunden. Das gibt bei einigen Erregern (nicht allen) noch ein Zeitfenster für die Entfernung. Andere Erreger werden hingegen innerhalb von Minuten übertragen.
Durch den Klimawandel breiten sich Zecken in Deutschland weiter aus. Neue Arten kommen hinzu, bekannte Arten sind länger aktiv – im Grunde ganzjährig, sobald die Temperaturen über 7–8 Grad liegen. Wer denkt, im Winter auf Zeckenschutz verzichten zu können, irrt.
Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)
Die häufigste Zeckenart in Deutschland. Lebt in Wäldern, Wiesen, Gärten und Parks. Überträger von Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis – beim Hund weniger relevant als beim Menschen, aber möglich).
Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
Breitet sich durch den Klimawandel immer weiter in Deutschland aus. Überträgerin der Babesiose – einer für Hunde potenziell tödlichen Erkrankung. Früher nur importiert, heute zunehmend heimisch.
Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)
Kommt mit Reisehunden aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland. Überträgerin von Ehrlichiose, Babesio und anderen Tropenkrankheiten.
Hyalomma-Zecke
Eine wärmeliebende Art, die zunehmend in Deutschland gesichtet wird. Aktiv auch bei hohen Temperaturen, überträgt u. a. Theileriose.
Borreliose (Lyme-Borreliose)
Übertragung: Holzbock
Häufigkeit in Deutschland: Sehr häufig – Schätzungen zufolge sind bis zu 25 % der Holzböcke in manchen Regionen mit Borrelien infiziert
Symptome: Lahmheit (oft wandernd), Fieber, Appetitlosigkeit, Schwellung der Gelenke, im fortgeschrittenen Stadium Nieren-, Herz- oder Nervenschäden
Besonderheit: Hunde entwickeln oft keine charakteristische Hautveränderung (Wanderröte), wie sie beim Menschen bekannt ist. Die Diagnose ist daher schwieriger.
Behandlung: Langzeitantibiotikum über mehrere Wochen (meist Doxycyclin)
Kosten: 150 – 500 €
Babesiose (Hundemalaria)
Übertragung: Auwaldzecke, Braune Hundezecke
Häufigkeit: Nimmt in Deutschland zu
Symptome: Hohes Fieber, extreme Müdigkeit, dunkel gefärbter Urin (Blutharnstoff), blasse Schleimhäute, Gelbsucht. Ohne sofortige Behandlung kann ein Hund innerhalb von Tagen sterben.
Behandlung: Spezielles Medikament (Imidocarb), Infusionen, oft intensivstationäre Überwachung. In schweren Fällen Bluttransfusion notwendig.
Kosten: 400 – 2.500 €
Ehrlichiose
Übertragung: Braune Hundezecke (oft importiert)
Verbreitung: Vor allem durch Reisehunde aus Mittelmeerregionen
Symptome: Fieber, Appetitverlust, Nasenbluten, Blutarmut, vergrößerte Lymphknoten. Chronischer Verlauf möglich mit Langzeitschäden.
Behandlung: Langzeitantibiotikum, Blutbildkontrolle
Kosten: 150 – 600 €
Anaplasmose
Übertragung: Holzbock
Symptome: Ähnlich wie Borreliose – Fieber, Lahmheit, Appetitlosigkeit
Behandlung: Antibiotikum (Doxycyclin)
Kosten: 120 – 400 €
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Beim Hund seltener als beim Menschen, aber möglich. Verläuft als Entzündung des Gehirns und Rückenmarks. Aktuell keine spezifische Behandlung, nur symptomatisch. Kann lebensbedrohlich sein.
Schnelles Handeln ist wichtig, da das Übertragungsrisiko vieler Erreger mit der Saugdauer steigt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Zeckenzange oder Zeckenhaken benutzen – keine Finger, kein Drehen im Uhrzeigersinn, kein Öl, kein Kleber, kein Feuerzeug
Möglichst nah an der Haut ansetzen – die Zecke wirklich weit unten fassen
Gerade und gleichmäßig herausziehen – ohne Quetschen, Reißen oder Drehen
Wunde desinfizieren mit Jod oder ähnlichem
Datum und Bissstelle notieren – falls später Symptome auftreten
Zecke entsorgen – z. B. in Klebeband eingewickelt, nicht quetschen (Infektionsgefahr)
Was du NICHT tun solltest:
Öl, Nagellack oder Klebstoff auf die Zecke geben – das stresst die Zecke und erhöht die Übertragung von Erregern
Zecke quetschen oder drehen
Warten, dass die Zecke von selbst abfällt
Es gibt verschiedene Mittel zum Zeckenschutz – alle haben Vor- und Nachteile:
Spot-on-Präparate (Pipetten)
Werden auf die Haut aufgetragen, verteilen sich im Fell. Wirken gegen Zecken und Flöhe. Wirkdauer: 4–8 Wochen. Günstig, einfach anzuwenden. Nachteil: Kinder und andere Haustiere sollten nach Auftragen nicht mit dem Fell des Hundes in Berührung kommen.
Antiparasitika-Halsbänder
Wirkdauer bis zu 8 Monate. Gute Dauerprotektion. Nachteil: Halsband muss getragen werden, Wirkstoff kann Kontaktreaktionen auslösen, nicht für alle Hunde geeignet.
Tabletten / orale Antiparasitika
Wirken von innen – die Zecke nimmt den Wirkstoff beim Saugen auf und stirbt. Hohe Wirksamkeit. Verschreibungspflichtig in Deutschland, monatliche Einnahme nötig.
Natürliche Mittel (Kokosöl, ätherische Öle)
Schwache Evidenz, keine verlässliche Schutzwirkung. Als alleinige Maßnahme nicht empfehlenswert.
Regelmäßiges Absuchen
Keine prophylaktische Maßnahme, aber essentiell nach jedem Ausflug. Bevorzugte Stellen: zwischen den Zehen, Ohren, Hals/Nacken, Achseln, Leiste, am Schwanzansatz.
Empfehlung: Kombiniere eine verlässliche Schutzmethode (Spot-on, Halsband oder Tablette) mit regelmäßigem Absuchen.
Nach einem Zeckenbiss – auch wenn die Zecke entfernt wurde – solltest du deinen Hund für 4–6 Wochen beobachten. Folgende Symptome sind Alarmsignale:
Fieber (Hund fühlt sich heiß an, ist apathisch)
Lahmheit oder Steifheit, besonders wenn sie wechselt
Appetitverlust und Lethargie
Dunkler Urin (brauner oder rötlicher Urin – Notfall bei Babesiose!)
Geschwollene Lymphknoten
Nasenbluten oder ungewöhnliche Blutungen
Warte bei solchen Symptomen nicht ab – geh sofort zum Tierarzt und erwähne den Zeckenbiss.
Erkrankung | Behandlung | Kosten |
Borreliose | Bluttest + Antibiotikum-Kur (4 Wochen) | 150 – 500 € |
Babesiose (leicht) | Medikament + Blutbild | 300 – 700 € |
Babesiose (schwer, stationär) | Intensivbehandlung, Infusionen, Bluttransfusion | 800 – 2.500 € |
Ehrlichiose | Blutbild + Antibiotikum (langfristig) | 200 – 600 € |
Anaplasmose | Blutbild + Antibiotikum | 150 – 400 € |
FSME (neurologische Symptome) | Stationäre symptomatische Behandlung | 500 – 3.000 € |
Besonders die Babesiose kann bei einem schweren Verlauf schnell in den vierstelligen Bereich gehen – und das ohne Vorwarnung, mitten im Alltag.
Zeckenkrankheiten sind ein klassisches Beispiel für unvorhergesehene Tierarztkosten: Sie entstehen plötzlich, lassen sich kaum planen, und können – besonders bei Babesiose – finanziell massiv belasten.
Die Hundekrankenversicherung von Cleos Welt übernimmt die Kosten für:
Diagnose und Blutuntersuchungen
Medikamentöse Behandlung (Antibiotika, Imidocarb)
Stationäre Behandlung und Intensivpflege
Infusionen und Nachsorge
Wichtig: Zeckenkrankheiten werden als Krankheit, nicht als Unfall gewertet. Das bedeutet, dass bei vielen Versicherungen eine Wartezeit greift – in der Regel 30 Tage. Wer also jetzt Zeckensaison hat und noch keine Versicherung abgeschlossen hat, sollte sofort handeln.
Wer gezielt gegen teure chirurgische Eingriffe absichern möchte, findet mit der Hunde-OP-Versicherung von Cleos Welt eine günstige Alternative – allerdings deckt sie keine Krankheitsbehandlungen ab.
Zecken sind ganzjährig aktiv und ein echtes Gesundheitsrisiko für Hunde. Mit konsequentem Zeckenschutz, regelmäßigem Absuchen und dem Wissen um Warnsymptome kannst du das Risiko deutlich senken. Und für den Fall der Fälle – wenn es trotzdem zu einer Erkrankung kommt – sorgt eine gute Hundekrankenversicherung dafür, dass dein Hund die bestmögliche Behandlung erhält.
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Zuletzt geändert: 19. Mai 2026
Robert Koch-Institut: Übertragbare Krankheiten durch Zecken – rki.de
ESCCAP Deutschland: Parasitenbekämpfung bei Hund und Katze – esccap.de
Bundestierärztekammer: GOT – bundestieraerztekammer.de
Deutsches Tierärzteblatt: Babesiose beim Hund
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